Da wo Goethes Tante wohnte (?)

Ich bin in der Schmiedgasse 1 in Wetzlar aufgewachsen. Für mich war es einfach unser Haus — der Geruch des Treppenhauses, die Ecke zum Kornmarkt, die Geräusche der Gasse. Ein Fachwerkhaus, unscheinbar von außen, wie viele in dieser Altstadt. Dass in diesen Mauern Geschichte steckte, hat mir erst das Erwachsenwerden beigebracht.

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Und wieder muss Afrika unter den „Wahnsinnigen des Nordens“ leiden

„Afrika trägt die Kosten des US-Iran-Krieges“ titelt Africa Confidential am 1. Mai 2026:

Der frühe Optimismus zu Beginn des Jahres 2026 über Afrikas Wirtschaftswachstum ist Sorgen gewichen: IWF und Weltbank haben ihre Wachstumsprognosen für Subsahara-Afrika für 2026 um 0,3 % (auf 4,3 %) bzw. 0,2 % (auf 4,1 %) gesenkt – ausgelöst durch die Folgen der Nahost-Krise. Africa-confidential

Während in Europa die Mineralölkonzerne die Autofahrer abzocken (nur ein ganz kleiner Teil des in Europa verbrauchten Rohöls und Gases kommt durch die Straße von Hormus) und während wir uns über etliche Cent mehr and Zapfsäule aufregen, stürzt der Afriklanische Kontinent erneut in eine große Wirtschaftskride. Die Treibstoffpreise sind auf dem gesamten Kontinent um 15 bis 40 % gestiegen. Die Sperrung der Straße von Hormus hat Handelsrouten unterbrochen, Düngemittellieferungen gestoppt und humanitäre Hilfe blockiert – beispielsweise stecken Medikamente für 20.000 Menschen im Sudan in Dubai fest. CNN

Fatal ist insbesondere, dass die Ureapreise seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar um 60 bis 70 % gestiegen sind (Golfstaaten produzieren rund 35 % des weltweiten Harnstoffs. OkayAfrica

Keine Regierung hat die drohende Düngemittelknappheit vor der nächsten Pflanzsaison bisher adäquat adressiert. Mal wieder droht eine Hungerkatastrophe mehr!

Ähnlich wie nach dem Ukrainekrieg 2022 – stehen die Afrikaner als stille Leidtragende eines Konflikts da, an dem sie nicht beteiligt sind.

Zuiderzee, Afsluitdijk und die Zähmung des Wassers

Holland 2026

Spätestens, als wir über den großen Damm nachhause fuhren aber bereits vorher als ich auf die Polder schaute, fragte ich mich: Wie ist sie eigentlich entstanden, diese flache, grüne, makellos organisierte Landschaft bis zum Horizont? Die Antwort ist eine der erstaunlichsten Ingenieursgeschichten des 20. Jahrhunderts — und eine, die man in Deutschland kaum kennt.

Die Zuiderzee — wörtlich: Südersee — war jahrhundertelang ein flaches Binnenmeer, das tief in die Niederlande hineinragte. Edam und Volendam lagen an ihrem Ufer. Die Fischer fuhren auf ihr hinaus, der Käse wurde über sie verschifft. Das Meer war Lebensgrundlage und Bedrohung zugleich. Sturmfluten rissen immer wieder ganze Küstenstreifen weg.

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Volendam — Leben hinterm Deich

Holland 2026

Volendam liegt keine zehn Kilometer von Edam entfernt — wir fuhren mit dem Auto, der Caravan blieb auf dem Stellplatz. Unseren Parkplatz fanden wir im Parallelweg – hinter dem Deich. Der Deich ist das touristische Zentrum, dahinter, im sogenannten Labyrinth, siedelten sich einst die Fischer an. Das Wasser war früher nicht Kulisse, sondern Bedrohung.

Heute ist der Deich eine Flaniermeile. Souvenirläden, Fischrestaurants, Fotostudios, in denen man sich gegen Geld in historische Tracht stecken lassen kann. Seit den 1980er Jahren trägt in Volendam niemand mehr die traditionelle Kleidung im Alltag — aber das Geschäft damit läuft prächtig.

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Amsterdam war der Plan. Edam wurde die Geschichte.

Holland 2026

Der ursprüngliche Plan war: Amsterdam. Grachten, Rijksmuseum, Stroopwafeln am Kanal. Der Campingplatz in Amsterdam war mir zu teuer. Also scrollte ich durch die Karte, dreißig Kilometer in alle Richtungen — und stieß auf einen Campingplatz in einem Ort namens Edam. Kannte ich vom Käse. Warum also nicht.

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Bahn gefährdet Demokratie ?

Es sei brandgefährlich, wenn immer mehr Menschen den Eindruck bekämen, dass der Staat nicht funktioniere, sagt öffentlichkeitswirksam ein Minister der aktuellen Regierung. Der Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sieht im Zustand der Deutschen Bahn eine mögliche Gefahr für die Demokratie.

Eigentlich ist aber der Minister mit dieser Aussage die eigentliche Gefahr, denn Demokratie ist dann doch etwas völlig Anderes als ein „Service-Leister“ – die Deutsche Bahn.

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Maridi, die Azande und die vergessene Geschichte Äquatorias

Der Süd-Sudan vor dem Mahdi

Der Mahdi‑Aufstand von 1881 gilt oft als Wendepunkt der sudanesischen Geschichte. Doch wer den heutigen Südsudan verstehen will, muss weiter zurückblicken – in eine Zeit, in der die Region Äquatoria, das Azande‑Königreich und Orte wie Maridi ihre eigenen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Dynamiken hatten. Es ist eine Geschichte, die selten erzählt wird: der Süd-Sudan vor dem Mahdi, bevor die großen Umbrüche des 19. Jahrhunderts das Land erschütterten.

Wenn man heute nach Maridi fährt, über die rote Erde, die sich wie feiner Staub auf die Haut legt, ahnt man kaum, wie alt die Wege sind, die man dort betritt. Die Hügel wirken friedlich, fast schläfrig, und doch tragen sie Geschichten, die weit älter sind als die kolonialen Karten, die später über sie gelegt wurden. Bevor der Mahdi im Norden seine Anhänger sammelte, bevor die ägyptischen Garnisonen kamen, war dieser Landstrich ein Geflecht aus Königreichen, Wäldern und Wanderwegen, die niemand je auf Papier bannte – aber jeder kannte.

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Schleichend beginnt wieder der Bürgerkrieg

Fast 200 Tote im Süd-Sudan

Am 21. Februar im Bundeststaat Jonglei sechzehn Nuer getötet, nur acht Tage später wurden im Distrikt Ruweng an der Grenze zum Sudan die Leichen von 169 Dinka gefunden. Der Bürgerkrieg zwischen den beiden größten Etnien des Süd-Sudan ist bereits wieder in vollem Gange – und die Welt schaut weg…

Das Jahr 2025 war bereits geprägt von Zusammenstößen zwischen den Kräften von Präsident Salva Kiir, einem Dinka, und denen seines Hauptrivalen und ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar, einem Nuer, der nun inhaftiert ist. Der Südsudan steht vor seiner schwerwiegendsten Sicherheits- und humanitären Krise seit der Unterzeichnung des sogenannten „revitalisierten“ Friedensabkommens im Jahr 2018 und der Bildung einer Übergangsregierung der nationalen Einheit im Jahr 2020.