Spahn – ein Totengräber der Demokratie

Wir müssen aufpassen, dass die Diskussion über das Fehlverhalten von Jens Spahn nicht abgleitet in eine Grundsatzdiskussion zur Leihmutterschaft oder queerem Leben. Beides sind wichtige Themen.

Aber es geht doch um etwas ganz anderes: Um die Beschädigung demokratischer Politik. Es geht um die politische Glaubwürdigkeit. Wenn (maßgebliche?) Teile der CDU jetzt noch glauben, Spahn müsse als Führungskraft einer demokratischen Partei gehalten werden – weil sie keinen anderen haben ??? – dann helfen sie 80 Jahre Demokratie in Deutschland zu begraben.

Eigentlich hätte die Masken-Affaire bereits gereicht…

Spahn muss aus der deutschen Politik verschwinden, weil er für Bigotterie, Arroganz, Unglaubwürdigkeit und Anmaßung steht!

Ich habe mir erlaubt Herrn Spahn nicht zu gratulieren, sondern ihm eine Mail geschickt:

„Herr Spahn,

Wann ziehen Sie sich endlich aus der deutschen Politik zurück. Ihre Bigotterie und Arroganz sind untragbar. Aber vielleicht finden Sie ja Aufnahme bei Freunden in Amerika wie Peter Thiel, der ja auch nichts von der Demokratie hält! Hier sind Sie jedenfalls FALSCH!

Ohne Gruß“

Mittlerweile hat Herr Spahn ja seinen Rücktritt vom Posten des Fraktionsvorsitzenden bekannt gegeben. Das reicht aber nicht. Er darf nie wieder relevante politische Positionen besetzen!

Und wieder manövriert sich die AfD in die Opfer-Rolle

Bereits jetzt werden die Gegendemonstrationen in Erfurt in den Linksextremismus verschoben.

So titelt die FR: „Tag X“ bei AfD-Parteitag in Erfurt? Linksextreme wollen von Dächern aus angreifen – Polizei alarmiert.

Ja, und leider fallen die Linken der Linken auf den Trick der AfD rein, indem sie Gewalt ankündigen.

Dabei ist der Parteitag der AfD per se eine Provokation:

„Am 4. Juli 1926 hat die NSDAP ihren ersten Reichsparteitag nach dem Parteiverbot in Weimar abgehalten“, sagte Jens-Christian Wagner, Leiter der KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Ich glaube der AfD nicht, dass dieses Datum und dieser Ort Zufall sind.“

Der Parteitag 1926 war symbolisch und organisatorisch wichtig, weil er die Rückkehr der NSDAP in die politische Öffentlichkeit markierte, Hitler als unumstrittenen Führer etablierte, die Partei zentralisierte und die Massenpropaganda der kommenden Jahre vorwegnahm.

Der Parteitag wurde als „Erhebung des deutschen Blutes“ beschrieben. Juden wurden als „Feinde des deutschen Volkes“ markiert. Die NSDAP inszenierte sich als „nationale Erneuerungsbewegung“ und präsentierte die SA als Machtinstrument. Das 1920 beschlossene 25-Punkte-Programm wurde bekräftigt, das u.a. beinhaltete: Ausschluss der Juden aus der Staatsbürgerschaft, „Ausweisung aller Nichtdeutschen“, „Kampf gegen die jüdisch-materialistische Weltpresse“.

Es gehört wenig Fantasie dazu, die Vorstellungen der NSDAP damals mit denen der AfD heute in Einklang zu bringen: „Remigration“, „Lügenpresse“ und „Propaganda-Apparat der Alt-Parteien“ und vieles mehr.

Die AfD, die sich in dieser Situation ja mal wieder so „verfassungskonform“ sieht, huldigt hier unverhohlen dem Faschismus und damit der Beseitigung unserer demokratischen Verfassung.

Mittlerweile sind die Apelle „Wehret den Anfängen“ leider im Nirrwana der politischen Berichterstattung verklungen.

Und „Nie wieder ist Jetzt“ verkommt zu einem Sonntagsgebet, wenn verfassungstreue Einsatzkräfte verfassungsfeindliche Polemiker schützen müssen.

Buchenwald bei Weimar:

These are slave laborers in the Buchenwald concentration camp near Jena; many had died from malnutrition when U.S. troops of the 80th Division entered the camp. Germany, April 16, 1945. Pvt. H. Miller. (Army)
NARA FILE #: 208-AA-206K-31
WAR & CONFLICT BOOK #: 1105

> 35° Celsius

> 35° Celsius

Ich würde lügen, wenn ich sagte, die Hitze mache mir nicht zu schaffen.

Und ja, so eine Hitzewelle haben wir in Deutschland selten oder noch nie erlebt.

Und ja, das sind vermutlich auch für uns fühlbare Auswirkungen der Klimakrise.

Ach so – und ja, bei höheren Temperaturen fällt uns das Denken und Handeln schwerer….

Bevor wir aber in apokalyptisches Wehklagen verfallen sollten wir uns aber doch einmal klar machen, dass etwa

ein Viertel der Menschheit in Regionen lebt, in denen es regelmäßig längerfristig über 35° Celsius heiß ist.

Abkühlung suchen im Fluss, Sudan 1980

Regionen mit häufig >35 °C über viele Wochen

1. Indischer Subkontinent

  • Nordindien (Uttar Pradesh, Rajasthan, Delhi)
  • Pakistan (Sindh, Punjab)
  • Bangladesch (Binnenregionen)
    Typisch: 6–12 Wochen >35 °C, oft >40 °C, im Mai/Juni sogar >45 °C.

2. Arabische Halbinsel

  • Saudi-Arabien
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Oman, Katar, Bahrain, Kuwait
    Typisch: 3–5 Monate >35 °C; in Kuwait & Irak regelmäßig >50 °C.

3. Sahelzone

  • Mali
  • Niger
  • Tschad
  • Sudan
    Typisch: 2–4 Monate >35 °C, oft extrem trockene Hitze.

4. Nordafrika

  • Ägypten (Oberägypten)
  • Libyen
  • Algerien (Sahara‑Randzonen)
    Typisch: 1–3 Monate >35 °C, in der Sahara fast durchgehend.

5. Persischer Golf & Mesopotamien

  • Irak
  • Iran (Khuzestan)
    Typisch: 2–4 Monate >35 °C, hohe Luftfeuchte → extreme Hitzebelastung.

6. Nord- und Zentral-Australien

  • Northern Territory
  • Western Australia (Outback)
    Typisch: 2–4 Monate >35 °C.

7. Mexiko & Mittelamerika

  • Nordmexiko
  • Pazifikküste
    Typisch: 1–3 Monate >35 °C.

8. Brasilien – Cerrado & Nordosten

  • Mato Grosso
  • Goiás
  • Bahia
    Typisch: 1–2 Monate >35 °C.

Bergis – der Bärentöter?

Bergis – der Bärentöter?

Mein Vater hat mir immer erzählt, der Name Bergis käme aus dem Altgermanischen oder Altnordischen und bedeute Bärentöter. Als kleiner Junge – der klein und schmächtig war – dachte ich irgendwann würde ich auch entsprechend groß und stark. Daraus wurde nichts.

Kein „Bärentöter“!
Weiterlesen

Statt internationaler Solidarität – sinnlose Reisebeschränkungen

Zwar ist der aktuelle Ebola-Ausbruch eine Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC), es handelt sich aber um eine lokal/regional beschränkte Epidemie und nicht um eine globale Pandemie! Diese Krise ist gravierend für die betroffene Afrikanische Region aber nicht für Amerika, Europa oder den Rest der Welt!

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Ebola-Virus (Quelle: Wikimedia Commons)
Weiterlesen

Hanta erschreckt Europa, Ebola erst mal nicht

Afrika wird bei Ebola nicht einfach „vergessen“ — aber viel zu oft nur dann ernst genommen, wenn die Krise längst internationale Schlagzeilen macht. Genau das ist der blinde Fleck: Europa reagiert schnell auf das, was nah und potenziell störend wirkt, während Afrika mit wiederkehrenden Ausbrüchen, schwächeren Gesundheitssystemen und Sicherheitsproblemen den Preis eines globalen Zwei-Klassen-Gesundheitsschutzes trägt.

Weiterlesen
In Demut erinnern

In Demut erinnern

Heute haben wir mit der SPD-Tiergarten Süd wieder einen Gedenkspaziergang gemacht. Diesmal durch die Lützowstraße. Die Berichte über das jüdische Leben in dieser Straße, über die Verfolgungen durch die Nazis und die Schicksale der Opfer waren wieder sehr bewegend. Ein klares Fazit: NIE WIEDER!

Weiterlesen

Da wo Goethes Tante wohnte (?)

Ich bin in der Schmiedgasse 1 in Wetzlar aufgewachsen. Für mich war es einfach unser Haus — der Geruch des Treppenhauses, die Ecke zum Kornmarkt, die Geräusche der Gasse. Ein Fachwerkhaus, unscheinbar von außen, wie viele in dieser Altstadt. Dass in diesen Mauern Geschichte steckte, hat mir erst das Erwachsenwerden beigebracht.

Weiterlesen