Zuiderzee, Afsluitdijk und die Zähmung des Wassers

Holland 2026

Spätestens, als wir über den großen Damm nachhause fuhren aber bereits vorher als ich auf die Polder schaute, fragte ich mich: Wie ist sie eigentlich entstanden, diese flache, grüne, makellos organisierte Landschaft bis zum Horizont? Die Antwort ist eine der erstaunlichsten Ingenieursgeschichten des 20. Jahrhunderts — und eine, die man in Deutschland kaum kennt.

Die Zuiderzee — wörtlich: Südersee — war jahrhundertelang ein flaches Binnenmeer, das tief in die Niederlande hineinragte. Edam und Volendam lagen an ihrem Ufer. Die Fischer fuhren auf ihr hinaus, der Käse wurde über sie verschifft. Das Meer war Lebensgrundlage und Bedrohung zugleich. Sturmfluten rissen immer wieder ganze Küstenstreifen weg.

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Volendam — Leben hinterm Deich

Holland 2026

Volendam liegt keine zehn Kilometer von Edam entfernt — wir fuhren mit dem Auto, der Caravan blieb auf dem Stellplatz. Unseren Parkplatz fanden wir im Parallelweg – hinter dem Deich. Der Deich ist das touristische Zentrum, dahinter, im sogenannten Labyrinth, siedelten sich einst die Fischer an. Das Wasser war früher nicht Kulisse, sondern Bedrohung.

Heute ist der Deich eine Flaniermeile. Souvenirläden, Fischrestaurants, Fotostudios, in denen man sich gegen Geld in historische Tracht stecken lassen kann. Seit den 1980er Jahren trägt in Volendam niemand mehr die traditionelle Kleidung im Alltag — aber das Geschäft damit läuft prächtig.

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Amsterdam war der Plan. Edam wurde die Geschichte.

Holland 2026

Der ursprüngliche Plan war: Amsterdam. Grachten, Rijksmuseum, Stroopwafeln am Kanal. Der Campingplatz in Amsterdam war mir zu teuer. Also scrollte ich durch die Karte, dreißig Kilometer in alle Richtungen — und stieß auf einen Campingplatz in einem Ort namens Edam. Kannte ich vom Käse. Warum also nicht.

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Ein Spaziergang durch Toulon

Cote d’Azur 2025

Toulon ist der wichtigste Marinestützpunkt Frankreichs. Etwa 60 % der französischen Kriegsschifftonnage sind hier stationiert; die Basis ist Heimat für Flugzeugträger, Fregatten, Amphibische Einheiten und Angriffs‑U-Boote. Daneben sind aber auch viele Fährverbindungen (u. a. nach Korsika) und der maritimen Handel bedeutsam.

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Zwischen Sanary und Toulon

Cote d’Azur 2025

Die Besiedlung der Region reicht bis in die Altsteinzeit; in der Antike entstand die römische Siedlung Telo Martius (Toulon), bekannt unter anderem für Purpurherstellung, und die Küste war seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. Standort griechischer Handelsniederlassungen. Im frühen Mittelalter war die Gegend wiederholt Angriffen durch Piraten und Sarazenen ausgesetzt. Heute wird sie in der Saison von Touristen besetzt.

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