Binti – gebt Mädchen eine bessere Chance

Ein Projekt von AfriCraft

Verena Marie Kahler ist eine erfolgreiche Schauspielerin und Synchronsprecherin in Berlin. „In bewegenden Bildern bin ich im Fernseh- und Filmgeschäft sowie im Theater seit über 30 Jahren unterwegs“ sagt sie von sich selbst und bewegend sind auch ihre Aktivitäten im Verein AfriCraft e.V. Dort ist sie seit 2023 als „Botschafterin“ für das Binti-Projekt aktiv. Sie sammelt Spenden, organisiert Lesungen und Charity-Abende und trägt das Projekt in die deutsche Öffentlichkeit – von der eigenen Gartenparty bis zum Gespräch mit dem Bundespräsidenten.

„Ich hatte die phantastische Möglichkeit, unserem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mein Herzensprojekt ‚Binti Tanzania‘ vorzustellen.“

Verena gibt in Deutschland ab einer Spende von 15 Euro ein Binti-Bändchen weiter. Jedes Bändchen finanziert Binti-Sets für Schulmädchen in Tansania.

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Weibliche Genitalverstümmelung als „Schutz von Mädchen“

Zynischer geht es kaum!

Die fürchterlichen Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM), dieser traditionell religiös, aber männlich dominierten Praxis, habe ich in meiner Zeit als Arzt in Afrika leider allzu oft sehen können. Betroffene leiden häufig unter starken Blutungen, Infektionen, und chronischen Schmerzen. Der Verlust der Libido ist gewollt! Spätere Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt sind häufig und führen nicht selten zum Tod. Die lebenslangen psychischen Belastungen sind gravierend.

In den meisten Ländern Afrikas ist daher FGM mittlerweile zumindest gesetzlich verboten.

(Quelle: Souley Dioum, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons)

Was leider nicht bedeutet, dass sie nicht praktiziert wird…

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AfriCraft e.V.

Unterstützung von lokalen Initiativen auf Augenhöhe

Ende Dezember 2024 war Meinolf zu Besuch und mal wieder begeisterte er mich mit seinen Berichten zu AfriCraft – einer lokalen tansanischen NGO. War ja nicht wirklich neu. Ich hatte die Entwicklung über die Jahre verfolgt. Und konnte mich immer wieder begeistern wegen der Innovationskraft der tansanischen Kolleg*Innen und dem klugen pragmatischen Vorgehen des tansanischen Leiters.

Schnell fassten wir (Adda, Meinolf und ich) den Entschluss, hier in Deutschland einen Verein zur Unterstützung dieser NGO zu gründen. Unterstützende gab es ja sowieso schon ein paar.

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Ebola

Der Ausbruch ist noch lange nicht vorüber!

Beim bisher größten und tödlichsten Ebola‑Ausbruch der Geschichte starben zwischen 2014 und 2016 in West-Afrika (Guinea, Liberia und Sierra Leone) über 11 000 Menschen. In nur vier Monaten sind beim aktuellen Ausbruch im Kongo bereits 3 000 Menschen gestorben – und ein Ende ist nicht abzusehen.

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Ebola, Frauen und ihre Babys – und die USA

Die Ebola‑Epidemie 2026 ist regional schwerwiegend, besonders in der DRC, mit weiterhin steigenden Fallzahlen. Uganda scheint die Lage derzeit stabil zu halten. Internationale Fälle sind selten, aber möglich.

Der Ausbruch ist der drittgrößte jemals dokumentierte Ebola‑Ausbruch und verbreitet sich schneller als frühere Epidemien. Zwar gilt für den verursachenden Bundibugyo-Stamm der Ebola-Viren eine relativ geringere Fallsterblichkeitsrate (Letalität), aber es gibt keinen Impfstoff!

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Statt internationaler Solidarität – sinnlose Reisebeschränkungen

Zwar ist der aktuelle Ebola-Ausbruch eine Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC), es handelt sich aber um eine lokal/regional beschränkte Epidemie und nicht um eine globale Pandemie! Diese Krise ist gravierend für die betroffene Afrikanische Region aber nicht für Amerika, Europa oder den Rest der Welt!

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Ebola-Virus (Quelle: Wikimedia Commons)
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Und wieder muss Afrika unter den „Wahnsinnigen des Nordens“ leiden

„Afrika trägt die Kosten des US-Iran-Krieges“ titelt Africa Confidential am 1. Mai 2026:

Der frühe Optimismus zu Beginn des Jahres 2026 über Afrikas Wirtschaftswachstum ist Sorgen gewichen: IWF und Weltbank haben ihre Wachstumsprognosen für Subsahara-Afrika für 2026 um 0,3 % (auf 4,3 %) bzw. 0,2 % (auf 4,1 %) gesenkt – ausgelöst durch die Folgen der Nahost-Krise. Africa-confidential

Während in Europa die Mineralölkonzerne die Autofahrer abzocken (nur ein ganz kleiner Teil des in Europa verbrauchten Rohöls und Gases kommt durch die Straße von Hormus) und während wir uns über etliche Cent mehr and Zapfsäule aufregen, stürzt der Afriklanische Kontinent erneut in eine große Wirtschaftskride. Die Treibstoffpreise sind auf dem gesamten Kontinent um 15 bis 40 % gestiegen. Die Sperrung der Straße von Hormus hat Handelsrouten unterbrochen, Düngemittellieferungen gestoppt und humanitäre Hilfe blockiert – beispielsweise stecken Medikamente für 20.000 Menschen im Sudan in Dubai fest. CNN

Fatal ist insbesondere, dass die Ureapreise seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar um 60 bis 70 % gestiegen sind (Golfstaaten produzieren rund 35 % des weltweiten Harnstoffs. OkayAfrica

Keine Regierung hat die drohende Düngemittelknappheit vor der nächsten Pflanzsaison bisher adäquat adressiert. Mal wieder droht eine Hungerkatastrophe mehr!

Ähnlich wie nach dem Ukrainekrieg 2022 – stehen die Afrikaner als stille Leidtragende eines Konflikts da, an dem sie nicht beteiligt sind.

Maridi, die Azande und die vergessene Geschichte Äquatorias

Der Süd-Sudan vor dem Mahdi

Der Mahdi‑Aufstand von 1881 gilt oft als Wendepunkt der sudanesischen Geschichte. Doch wer den heutigen Südsudan verstehen will, muss weiter zurückblicken – in eine Zeit, in der die Region Äquatoria, das Azande‑Königreich und Orte wie Maridi ihre eigenen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Dynamiken hatten. Es ist eine Geschichte, die selten erzählt wird: der Süd-Sudan vor dem Mahdi, bevor die großen Umbrüche des 19. Jahrhunderts das Land erschütterten.

Wenn man heute nach Maridi fährt, über die rote Erde, die sich wie feiner Staub auf die Haut legt, ahnt man kaum, wie alt die Wege sind, die man dort betritt. Die Hügel wirken friedlich, fast schläfrig, und doch tragen sie Geschichten, die weit älter sind als die kolonialen Karten, die später über sie gelegt wurden. Bevor der Mahdi im Norden seine Anhänger sammelte, bevor die ägyptischen Garnisonen kamen, war dieser Landstrich ein Geflecht aus Königreichen, Wäldern und Wanderwegen, die niemand je auf Papier bannte – aber jeder kannte.

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