Auf den Spuren der Exilanten 2: Die Werfels in Sanary
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 fanden Alma Mahler-Werfel und Franz Werfel Zuflucht im südfranzösischen Sanary-sur-Mer. Dort bezogen sie den ehemaligen Wachtturm Moulin Gris, der hoch über dem Hafen und der Bucht lag. Das Moulin Gris war ursprünglich der mittelalterliche Signalturm Le Farot. Alma Mahler-Werfel beschrieb ihn als einen alten Wachturm, den ein Künstler zu einem ungewöhnlichen Wohnhaus umgestaltet hatte. Im obersten Stockwerk befand sich ein großer Raum mit zwölf Fenstern und einem weiten Rundblick über Meer, Hafen und die umliegenden Hügel. Dort arbeitete Franz Werfel an seinen Manuskripten. So fanden Alma Mahler-Werfel und Franz Werfel hoch über der Bucht von Portissol im Moulin Gris für zwei Jahre einen Ort der Sicherheit und des Arbeitens. Mit dem deutschen Vormarsch in Frankreich endete diese vergleichsweise ruhige Zeit. Im Juni 1940 mussten die Werfels Sanary verlassen. Über Lourdes und Marseille gelang ihnen mit Hilfe des amerikanischen Fluchthelfers Varian Fry die Flucht über die Pyrenäen nach Spanien und weiter über Lissabon in die USA.










