Norwegenreise 2023
Die Hardangervidda gilt mit einer Fläche von etwa 8000 km² als größte Hochebene Europas. Auf einer durchschnittlichen Höhe von 1200–1500 Metern und dem 60. Breitengrad öffnet sich eine Landschaft, die von weiten Ebenen, klaren Seen, Flüssen, Mooren und felsigen Gebirgszügen geprägt ist. Das Klima ist subarktisch, die Vegetation besteht überwiegend aus Tundra- und Moorlandschaften. Schon die Zufahrt zur Hardangervidda ist ein Übergang in eine andere Welt. Von Westen steigt die Straße aus der üppigen Fjordlandschaft des Hardangerfjords hinauf: Obstgärten, Wasserfälle und grüne Hänge bleiben zurück, während die Vegetation mit jedem Kilometer niedriger und karger wird. Von Osten öffnet sich die Landschaft schrittweise, die Wälder lichten sich, und plötzlich steht man auf einer weiten, offenen Hochfläche, in der der Horizont in alle Richtungen davonläuft. Mit jedem Höhenmeter verändert sich die Umgebung: erst grüne Täler, dann karge Felsplateaus, schließlich die typischen Tundraflächen mit Flechten, Moosen und niedrigen Sträuchern, die sich eng an den Boden ducken, um dem Wind zu trotzen. Überall glitzern kleine und große Wasserflächen – stille Seen, die wie Spiegel wirken, und klare Flüsse, die sich durch die Ebene schlängeln. Dazwischen liegen dunkle Moore und kantige Felsrücken, die die Landschaft rhythmisieren. Das subarktische Klima sorgt für rasche Wetterwechsel: Sonne, Nebel, Wind und Regen können sich innerhalb weniger Minuten ablösen. Die Luft ist klar und kühl, das Licht intensiv, oft fast silbrig. An sonnigen Tagen wirkt die Vidda hell und weit, an wolkigen still und mystisch. Diese Mischung aus Weite, Stille und Rauheit macht die Hardangervidda zu einer Landschaft, an die man sich noch lange erinnert.
















