Der Hardangerfjord ist mit 179 Kilometern Länge der zweitlängste Fjord Norwegens und der viertlängste der Welt. Hohe Berge, grüne Täler und tiefblauen Gewässer prägen seine malerische Landschaft. Aber je nach Lichteinfall können sich die Farben auch wundersam verändern.
Der beeindruckende Wasserfall Vøringsfossen ist einer von vielen, die wir auf unserer Tour zu sehen bekommen, – und immer wieder andere Blicke auf das herabstürzende Wasser.
Hier, wo die weite Hochebene plötzlich in das dunkle Måbødalen abbricht, stürzt der Vøringsfossen 182 Meter in die Tiefe. Der Kontrast könnte kaum größer sein: oben die stille, karge Landschaft, unten die enge Schlucht, durch die der Wasserfall wie ein weißer Faden schießt. Die Gischt steigt bis zu den Aussichtspunkten hinauf, und das Donnern des Wassers erfüllt die ganze Szenerie. Mit den neuen Plattformen und der Hängebrücke lässt sich die Kraft dieses Ortes heute aus verschiedenen Perspektiven erleben – ein spektakulärer Übergang zwischen Hardangervidda und Hardangerfjord.
Die Hardangervidda gilt mit einer Fläche von etwa 8000 km² als größte Hochebene Europas. Auf einer durchschnittlichen Höhe von 1200–1500 Metern und dem 60. Breitengrad öffnet sich eine Landschaft, die von weiten Ebenen, klaren Seen, Flüssen, Mooren und felsigen Gebirgszügen geprägt ist. Das Klima ist subarktisch, die Vegetation besteht überwiegend aus Tundra- und Moorlandschaften. Schon die Zufahrt zur Hardangervidda ist ein Übergang in eine andere Welt. Von Westen steigt die Straße aus der üppigen Fjordlandschaft des Hardangerfjords hinauf: Obstgärten, Wasserfälle und grüne Hänge bleiben zurück, während die Vegetation mit jedem Kilometer niedriger und karger wird. Von Osten öffnet sich die Landschaft schrittweise, die Wälder lichten sich, und plötzlich steht man auf einer weiten, offenen Hochfläche, in der der Horizont in alle Richtungen davonläuft. Mit jedem Höhenmeter verändert sich die Umgebung: erst grüne Täler, dann karge Felsplateaus, schließlich die typischen Tundraflächen mit Flechten, Moosen und niedrigen Sträuchern, die sich eng an den Boden ducken, um dem Wind zu trotzen. Überall glitzern kleine und große Wasserflächen – stille Seen, die wie Spiegel wirken, und klare Flüsse, die sich durch die Ebene schlängeln. Dazwischen liegen dunkle Moore und kantige Felsrücken, die die Landschaft rhythmisieren. Das subarktische Klima sorgt für rasche Wetterwechsel: Sonne, Nebel, Wind und Regen können sich innerhalb weniger Minuten ablösen. Die Luft ist klar und kühl, das Licht intensiv, oft fast silbrig. An sonnigen Tagen wirkt die Vidda hell und weit, an wolkigen still und mystisch. Diese Mischung aus Weite, Stille und Rauheit macht die Hardangervidda zu einer Landschaft, an die man sich noch lange erinnert.
Stavanger ist heute eine reiche – und teure – Stadt, die scheinbar alles hat: Geschichte, Kultur, Natur und Öl. Doch dieser Wohlstand ist das Ergebnis einer langen, wechselvollen Entwicklung, die die Stadt immer wieder neu geprägt hat.
Öl ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Norwegen. Das Land verfügt über große Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee, die seit den 1960er-Jahren gefördert werden. Die Öl- und Gasindustrie schafft viele Arbeitsplätze – auch in den mit der Exploration verbundenen Technologien. Öl und Gas generieren hohe Staatseinnahmen. Deutschland ist einer der wichtigsten Abnehmer von norwegischem Gas.
Die Altstadt von Stavanger ist ein kleines Juwel: ein Viertel aus weißen Holzhäusern, Kopfsteinpflaster und engen Gassen, das den Geist des alten Norwegens bewahrt. Viele der Häuser stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als Stavanger noch eine Stadt der Fischer, Seefahrer und Konservenarbeiter war.
Heute wirkt die Altstadt ruhig und fast zeitlos. Blumen vor den Türen, gepflegte Fassaden, ein Hauch von Meerluft – und doch liegt das moderne Stavanger nur wenige Schritte entfernt. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht ein besonderer Charme, der die Altstadt zu einem der schönsten historischen Viertel Norwegens macht.