Statt internationaler Solidarität – sinnlose Reisebeschränkungen

Zwar ist der aktuelle Ebola-Ausbruch eine Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC), es handelt sich aber um eine lokal/regional beschränkte Epidemie und nicht um eine globale Pandemie! Diese Krise ist gravierend für die betroffene Afrikanische Region aber nicht für Amerika, Europa oder den Rest der Welt!

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Ebola-Virus (Quelle: Wikimedia Commons)

Stand 29. Mai 2026 meldet die DR Kongo 125 bestätigte Ebola-Fälle (davon 17 Todesfälle) und 906 Verdachtsfälle (davon 223 Todesfälle) in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Sud-Kivu. Uganda hat neun bestätigte Fälle, darunter einen Todesfall. Der Bundibugyo-Stamm ist besonders schwierig zu bekämpfen, da es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gibt.

European Center for Disease Prevention and Control

2025 hat die amerikanische (Trump) Regierung USAID zerschlagen und Mittel gestrichen, die gerade im Ost-Kongo für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung dringend benötigt werden.

Zwar haben am 26. Februar 2026 die US-Regierung und die Regierung der Demokratischen Republik Kongo ein bilaterales Gesundheitskooperations-Memorandum of Understanding (MOU) über fünf Jahre und 1,2 Milliarden US-Dollar im Rahmen der America First Global Health Strategy (AFGHS) unterzeichnet, Mittel sind aber noch nicht geflossen, da die Bewilligung unter dem Vorbehalt eines Kongress-Votums steht.

Die US-Mittelkürzungen seit Januar 2025 haben insbesondere Programme wie die Krankheitsüberwachung geschwächt – gerade im östlichen Kongo, wo die Kapazitäten für eine schnelle Krisenreaktion dadurch erheblich beeinträchtigt wurden. So blieben auch die Lieferungen von Schutzausrüstung an Gesundheitseinrichtungen aus – ein besonders kritisches Problem angesichts des aktuellen Ebola-Ausbruchs im Land.

In den Abkommen der AFGHS verlangt die amerikanische Regierung den uneingeschränkten Zugriff auf Gesundheitsdaten der Partnerländer – auch für die Herstellung von Impfstoffen in den USA (und der dortigen Sicherung der Patente). Aber weder die amerikanischen noch andere internationale Partner haben ausreichende Mittel für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Bundibugyo-Variante zur Verfügung gestellt.

Nach dem die WHO am 17. Mai 2026 eine Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC) ausgerufen hat, haben zwar WB, EU und auch Deutschland Soforthilfe zur Verfügung gestellt – die Amerikaner aber fehlen dabei.

Stattdessen haben die USA ein allgemeines Einreiseverbot von Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC), aus Uganda und dem Süd-Sudan verhängt, dem sich mittlerweile auch Kanada angeschlossen hat.

Besonders grotesk ist das Einreiseverbot für Süd-Sudanesen, da es dort weder Erkrankte, Infizierte noch Verdachtsfälle gibt.

So empört sich der Direktor des African Center of Disease Control (ACDC) zurecht:  „Wir können diesen Ausbruch nicht mit Reisebeschränkungen stoppen, die westliche Länder für afrikanische Länder begonnen haben. Es ist sogar erschütternd, ein Land wie den Südsudan, mit null Verdachtsfällen und keinen Todesfällen, unter Reisebeschränkungen zu sehen. Die Behandlung, die westliche Länder Afrika entgegenbringen, ist nicht akzeptabel!“

Die Gesundheitspolitik der Trump-Regierung kann man nur als zynisch beschreiben!


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