Don’t cry about spilled milk

…hätte meine Mutter sagen können.

Als Stepke von fünf Jahren war meine erste Aufgabe die Milch für die Familie zu holen. In der Jäcksburg, am Ende der Abelsgasse gab es damals ein Molkereigeschäft. „Unverpackt“ wurde die Milch in die mitgebrachte Kanne gefüllt. Und ich schleppte sie unverzüglich nachhause in die Schmiedgasse 1.

Eine silberne Milchkanne steht auf einer Steinmauer vor einer grünen Wiesenlandschaft mit einem Bauernhof.
Abelsgasse heute – „durch diese hohle Gasse musste er laufen“
Haustür Schmiedgasse 1

Dann ging es hoch über die enge Treppe in den zweiten Stock.

Bis dahin war alles gut gegangen. Meine Mutter machte die Wohnungstür auf. Und da geschah es. Ich stolperte über die Türschwelle und die ganze Milch ergoss sich über die Dielen. Und ich erwartete ein Donnerwetter.

Aber meine Mutter reagierte ganz gelassen: „Ich wollte die Dielen sowieso bohnern.“

Also: „Don’t cry about spilled milk“.


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