
Irgendwie kommt Zahnweh immer zur falschen Zeit. Zum beispiel auf der Klassen-Wander-Fahrt. Eine zeitlang habe ich ja durchgehalten. Aber dann musste ich doch zum Zahnarzt. der nächste Ort war Bad Mergentheim.
Ein bisschen Bohren, ein bisschen Plombe. Und dann ging es wieder. Aber auf dem Weg vom Zahnarzt zur Jugendherberge passierte es dann.
Irgendwo lief ich durch einen Park. Hohe Bäume warfen große Schatten. Auf einmal sprang ein Mann aus dem Gebüsch vor mich und wollte mir unbedingt „etwas Interessantes“ zeigen. Na ja. Ich war neugierig…
Und dann holte er ein paar Fotografien hervor. Pornografische…
Und dann wollte er mir an die Hose…
Meine Hand fuhr an mein Pfadfindermesser, das an meiner Lederhose befestigt war. (Damals war sowas noch erlaubt)
Und siehe da, zu meinem Glück verschwand der Typ so schnell, wie er gekommen war.
Auch ich trollte mich und schwieg. Wem sollte ich von dieser Begegnung erzählen? Ich schämte mich ja. Ich hatte ja Pornos geschaut. Die Gefährlichkeit der Situation war mir nicht bewußt.
Sehr lange habe ich dieses Geschehen verdrängt.
Heute lernen wir, dass Schweigen und Verdrängen der falsche Weg sind, dass wir Täter zur Rechenschaft ziehen müssen. Deshalb schreibe ich hier darüber!
Entdecke mehr von Dr. Bergis Schmidt-Ehry
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
Flash back bei diesen Fotos. Wie anders war doch alles. Und für Pornos brauchte man offenbar einen im Gebüsch. Das ist heute wesentlich einfacher. Sind denn diese Männer noch unterwegs, die gerne ihre Regenmäntel öffnen?
Ich fürchte ja und glaube nicht, dass es wenigere geworden sind. Vermutlich laufen sie auch nicht mehr so schnell davon….