Bevor es in Wetzlar die berühmten Wetzlarer Festspiele im Rosengärtchen gab, wurde auf dem Wetzlarer Kornmarkt Theater gespielt. Zum 100. Todestag Goethes 1932 und zu seinem 200. Geburtstag 1949 gab es in Wetzlar „Goethe-Festspiele“.

Bevor es in Wetzlar die berühmten Wetzlarer Festspiele im Rosengärtchen gab, wurde auf dem Wetzlarer Kornmarkt Theater gespielt. Zum 100. Todestag Goethes 1932 und zu seinem 200. Geburtstag 1949 gab es in Wetzlar „Goethe-Festspiele“.



Hier begann es – das junge Nachkriegsleben. Geprägt von Wärme und Geborgenheit erlebte ich als Säugling die Not der Eltern und Geschwister nicht, die in den Hungerjahren 1946 und 1947 die Bevölkerung heimsuchte. Allerdings habe ich nicht vergessen, dass ich als kleiner Bub das Phänomen der „Schiebewurst“ erlebte: Eine kleine Scheibe Salami oder Fleischwurst wurde so über die Brotscheibe geschoben, dass man bei jedem Biss ein wenig davon mitbekam. Als 13Jähriger sah ich dann einen Film mit Peter Kraus, der im Bett frühstückte und sich mehrere Scheiben Schinken gleichzeitig auf sein Brötchen legte – ich war neidisch wie sonst was!
Die „Hungerjahre“ bezeichnen die Zeit zwischen 1945 und etwa 1948, in der große Teile der deutschen Bevölkerung unter massiver Lebensmittelknappheit litten. Die Versorgungssysteme waren zusammengebrochen, Ernten gering, Transportwege zerstört. Viele Familien lebten von Rationen, Tauschhandel oder dem, was sie selbst anbauen konnten. Besonders in Städten war die Lage prekär, da Brennmaterial, Kleidung und Grundnahrungsmittel kaum verfügbar waren.
Die Jahre 1946 und 1947 waren von einer Not geprägt, die heute kaum noch vorstellbar ist. Der „Hungerwinter“ 1946/47 brachte eine eisige Kälte. Lebensmittel waren knapp, Kohle noch knapper, und viele Familien kämpften täglich darum, genug Wärme und Nahrung zu finden. In den Städten standen Menschen stundenlang für ein paar Kartoffeln an, und oft blieb nur der Tauschhandel, um das Nötigste zu bekommen. Das (Über-)Leben war ein ständiges Improvisieren — frieren, warten, hoffen.
Diese Jahre haben eine ganze Generation geprägt.
Ursachen der Hungerjahre
Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 lag das Land in Trümmern. Industrieanlagen, Infrastruktur und Landwirtschaft waren massiv zerstört. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln brach zusammen, da viele landwirtschaftliche Flächen unbrauchbar waren und Transportwege unterbrochen waren. Zudem führte die Umstrukturierung durch die Besatzungsmächte zu erheblichen Herausforderungen bei der Lebensmittelverteilung.
Der Alltag in den Hungerjahren
Die Bevölkerung war auf Lebensmittelkarten und Rationen angewiesen, die oft kaum ausreichten. Typische Lebensmittel wie Brot, Kartoffeln, Gemüse und Fleisch waren knapp. Viele Menschen mussten erfinderisch werden, um mit Wildpflanzen, Ersatzstoffen oder durch Tauschhandel zu überleben. Die Mangelernährung führte zu weit verbreiteten Krankheiten und einer hohen Sterblichkeit, besonders bei Kindern und älteren Menschen.
Hilfsmaßnahmen und erste Erfolge
Die Alliierten führten umfangreiche Hilfsprogramme durch, darunter das sogenannte CARE-Paket, das aus den USA stammte und dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente enthielt. Mit der Währungsreform 1948, die die Einführung der Deutschen Mark brachte, stabilisierte sich die Wirtschaft allmählich. Die landwirtschaftliche Produktion konnte durch den Aufbau neuer Strukturen und Investitionen langsam wieder gesteigert werden.
Langfristige Auswirkungen
Die Hungerjahre hinterließen tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis der deutschen Bevölkerung. Sie führten zu einem starken Bewusstsein für Versorgungssicherheit und prägten die politische und soziale Entwicklung der Nachkriegszeit. Gleichzeitig zeigten sie die Widerstandsfähigkeit und den Zusammenhalt der Menschen in einer extrem schwierigen Situation.
Die Hungerjahre von 1945 bis 1948 waren eine Zeit großer Entbehrungen, aber auch des Überlebenswillens und der Hoffnung auf einen Neuanfang. Das Verständnis dieser Phase ist wichtig, um die Nachkriegsgeschichte Deutschlands umfassend zu begreifen und die Leistungen der Menschen in dieser schweren Zeit zu würdigen.

Schnell und lecker
Im Südsudan wächst die Angst vor einer neuen Katastrophe. UN‑Experten warnen, dass das Land erneut in eine Spirale brutaler Gewalt gegen Zivilisten stürzen könnte. Besonders im Bundesstaat Jonglei eskalieren die Kämpfe zwischen Regierungstruppen von Präsident Salva Kiir und den Rebellen der SPLA‑IO, die dem inhaftierten Oppositionsführer Riek Machar nahestehen. In der Region, die schon so viel Leid erlebt hat, rücken Regierungstruppen und Rebellen wieder aufeinander zu.
Zwischen ihnen: Familien, die nur überleben wollen.
WeiterlesenEin französischer Klassiker


Toulon ist der wichtigste Marinestützpunkt Frankreichs. Etwa 60 % der französischen Kriegsschifftonnage sind hier stationiert; die Basis ist Heimat für Flugzeugträger, Fregatten, Amphibische Einheiten und Angriffs‑U-Boote. Daneben sind aber auch viele Fährverbindungen (u. a. nach Korsika) und der maritimen Handel bedeutsam.
WeiterlesenMartigues ist eine Hafenstadt in den Bouches‑du‑Rhône, etwa 30 km westlich von Marseille. Die Stadt liegt auf schmalem Land zwischen dem Golfe du Fos und dem Étang de Berre und wird wegen ihrer Kanäle und Brücken oft „Venedig der Provence“ genannt – was ich allerdings für eine maßlose Übertreibung halte.

Die Besiedlung der Region reicht bis in die Altsteinzeit; in der Antike entstand die römische Siedlung Telo Martius (Toulon), bekannt unter anderem für Purpurherstellung, und die Küste war seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. Standort griechischer Handelsniederlassungen. Im frühen Mittelalter war die Gegend wiederholt Angriffen durch Piraten und Sarazenen ausgesetzt. Heute wird sie in der Saison von Touristen besetzt.
