„Tour de France“ – 2004

Die mittelalterliche Stadt klammert sich spektakulär an eine steile Felswand im Département Lot. Der Name Rocamadour leitet sich von dem Eremiten und Heiligen Amadour ab, der der Legende nach am Fuße des steilen Felsens lebte und starb. Die Stadt hat eine lange Geschichte als Pilgerziel und ist berühmt für ihre Schwarze Madonna, eine Marienfigur, der wundersame Kräfte zugeschrieben werden.


Ein Haus am indischen Ozean, das war das Schmankerl, das unserer Familie dne „Transfer“ nach einem neuen Land versüßte. Bei Mondschein von der Terasse ins Meer zu laufen hatte schon seinen Reiz; und im nahezu körperwarmen Wasser zu schwimmen sowieso.
Die Wochenenden fühlten sich an wie Urlaub.

Eine Hausgeburt in „the middle of nowhere“ ist schon etwas Besonderes. Alles gut gegangen. Die neue Erdenbürgerin fühlt sich im Kreis der Gratulant*innen wohl.

Als ich das erste Mal auf einer Dienstreise hier mein Dachzelt aufgeschlagen hatte, dachte ich zunächst, da lägen viele Felsbrocken im Wasser – und näherte mich ohne große Vorsicht.

Das Dorf lag abgelegen. Was für ein Begriff in einer Region, die ja insgesamt so abgelegen war, dass sie schon vergessen war. Der Süd-Sudan. Jahrzehnte des Bürgerkriegs hatten große Teile der Bevölkerung in die Flucht getrieben. Die Zurückgeblieben waren froh, wenn sie nicht erreichbar waren.
So wie das Dorf Gemenze-Toi. Etliche Kilometer von der Provinzhauptstadt Yambio entfernt, wer wusste das schon so genau. Nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen.
Seit über vierzig Jahren hatte das Dorf keinen Gesundheitsarbeiter, geschweige denn einen Arzt gesehen. Wir wollten das ändern.

1981 wurde das Hauptquartier des German Medical Team Western Equatoria von Maridi nach Li Rangu verlegt.
Das Büro bezog ein Haus, von dem aus der berühmte Ethnologe Sir Edward Evan Evans-Pritchard zwischen 1926 und 1930 maßgebliche Studien zu den Azande durchgeführt und das Konzept der Vergleichenden Anthropologie entwickelt hatte.
