Auf Mageroya

Norwegen 2017

Magerøya wirkt heute wie eine stille Insel am Rand Europas, doch ihre Geschichte reicht weit zurück in die Zeit, als Menschen erstmals den hohen Norden besiedelten. Schon vor Jahrtausenden nutzten samische Gruppen die karge, aber fisch- und rentierreiche Landschaft. Die Insel lag strategisch günstig an alten Wander- und Handelswegen der Küstenfischer und Rentiernomaden, die den Jahreszeiten folgten.

Im Mittelalter taucht Magerøya in den Chroniken der norwegischen und russischen Händler auf, die hier im Sommerhering und Stockfisch kauften. Die Insel war ein Knotenpunkt zwischen Nordnorwegen, der Finnmark, den Pomoren aus dem Weißen Meer und den samischen Gemeinschaften, die ihre eigenen, viel älteren Traditionen bewahrten.

Mit der frühen Neuzeit rückte Magerøya stärker in den Blick europäischer Seefahrer. Die Lage am Nordkap – dem scheinbaren „Ende der Welt“ – machte die Insel zu einem Ziel für Expeditionen, Kartografen und später auch für die ersten Touristen des 19. Jahrhunderts. Dampfschiffe brachten Reisende aus ganz Europa hierher, um den Blick über das Nordmeer zu erleben, der damals als fast mystisch galt.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ tiefe Spuren: Die deutsche Besatzung errichtete auf Magerøya Stellungen, Bunker und Beobachtungsposten. Beim Rückzug 1944 wurde die Insel – wie große Teile der Finnmark – systematisch zerstört und die Bevölkerung evakuiert. Der Wiederaufbau nach dem Krieg prägte das heutige Gesicht der Siedlungen.

Honningsvag

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