Täter – Opfer – Täter

Ein Gedenk-Spaziergang über die Kurfürstenstraße

Aus gutem Grund putzen wir von der SPD seit Jahren in Berlin Stolpersteine. Einerseits in demütigem Gedenken der Opfer, andererseits, um das Vergessen zu verhindern. Aber die Stolpersteine liegen ja nur repräsentativ für viele andere in unserem Pflaster und diese wollen wir bei unserem Gedenk-Spaziergang durch die Kurfürstenstraße auch würdigen.

Laut „mapping the lives“ lebten in den dreißiger Jahren fast 300 jüdische Mitbürger*innen in der Kurfürstenstraße.

Von vielen ist das Schicksal nicht bekannt – aber wir können es uns ausmalen. Einige konnten fliehen – der Begriff „sie emigrierten“ erscheint mir gerade unter Berücksichtigung des neuen rechten Sprachgebrauchs hier verfehlt. Sie flohen in die USA, nach Argentinien und Großbritannien; einige nach Polen und in die Niederlande – ob sie dort überlebten, ist ungewiss. Achtundfünfzig von ihnen wurden deportiert, in die Gettos von Warschau und Theresienstadt, von Piaski und Litzmannstadt. Sie wurden verschleppt nach Minsk und Riga, nach Ravensbrück und Dachau und ins nahe KZ Sachsenhausen. Von achtundfünfzig Anderen wissen wir definitiv, dass sie von den Nazis ermordet wurden – in Auschwitz, in Sobibor, in Treblinka, in Raasiku und in Kulmhof.

Was unser Kiez, unsere Stadt durch diese Vertreibungen und Ermordungen verloren hat – zum Beispiel in Wissenschaft, Kunst und Gewerbe – werden wir an einigen Stationen des Spaziergangs erfahren.

Ebenso wollen wir aber auch erinnern, dass hier auch die Täter wohnten und arbeiteten.  Denn:

Nie wieder ist heute!

In der Kurfürstenstraße ist kein Platz mehr für Neonazis und AfD

Hier findet ihr mehr Informationen.


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