Süd-Frankreich-Reise 2016
Das keltische Nemausus wurde 121 v. Chr. von den Römern erobert und Teil der Provinz Gallia Narbonensis. Viele Baudenkmäler der prosperierenden römischen Stadt sind bis heute erhalten.

Die Hitze des Südens liegt wie ein goldener Schleier über Nîmes, dieser alten Stadt, die schon lange vor den Römern ein heiliger Ort der Kelten war. Damals hieß sie Nemausus, benannt nach einer Quelle, die den Menschen als göttlich galt. Wenn man heute durch die Straßen geht, spürt man noch etwas von dieser frühen Magie – ein leises Echo, das zwischen den Mauern hängt.
Als die Römer 121 v. Chr. die Region eroberten, machten sie Nîmes zu einem ihrer wichtigsten Stützpunkte in Gallia Narbonensis. Und sie hinterließen Spuren, die bis heute das Stadtbild prägen: hellen Stein, monumentale Bögen, die strenge Eleganz römischer Architektur. Man hat das Gefühl, als würde die Zeit hier nicht vergehen, sondern sich nur in Schichten übereinanderlegen.
Die Stadt wirkt wie ein lebendiges Museum unter freiem Himmel. Zwischen den Platanen, die Schatten auf die Plätze werfen, tauchen immer wieder diese römischen Linien auf – ein Tempel, ein Amphitheater, ein Stück Mauer, das sich gegen die Jahrhunderte behauptet. Und doch ist Nîmes kein Ort, der in der Vergangenheit stecken geblieben wäre. Das südfranzösische Leben pulsiert hier: Stimmen, die aus Cafés dringen, der Duft von Kaffee und warmem Stein, das helle Lachen der Menschen, die sich im Schatten der alten Mauern treffen.
Nîmes ist einer dieser Orte, an denen Geschichte nicht wie ein Kapitel im Buch wirkt, sondern wie ein Atemzug. Man geht durch die Straßen und spürt, wie sich die Jahrtausende verweben – Kelten, Römer, Mittelalter, Moderne. Alles ist da, gleichzeitig, und doch leicht wie ein Sommertag.

































































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