Spanienreise 2022
Steter Tropfen höhlt den Stein

Die Playa de las Catedrales (galicisch: Praia das Catedrais) ist ein Paradebeispiel dafür, wie Küstenlandschaften entstehen, wenn drei Kräfte zusammenwirken: Wasser, Wind und Zeit. Der Fels besteht überwiegend aus Schiefer und Sandstein, relativ weichen Gesteinen, die sich unter dem Druck der Gezeiten schneller formen lassen als Granit oder Basalt. Über Millionen Jahre hat der Atlantik hier Bögen von über 30 Metern Höhe herausgearbeitet, natürliche Säulenhallen geschaffen, schmale Durchgänge geöffnet, die bei Ebbe begehbar sind und ganze Gewölbe freigelegt, die wie Kirchenschiffe wirken. Das Meer arbeitet dabei wie ein geduldiger Steinmetz: Jeder Wellenschlag trägt Material ab, jeder Sturm bricht neue Kanten heraus, jeder Winter verändert die Küste ein wenig mehr. Die Kathedrale ist nie fertig – sie entsteht jeden Tag neu.























Die Playa de las Catedrales ist ein Ort, der nur bei Ebbe existiert. Bei Flut verschwindet der Strand vollständig, die Bögen stehen im Wasser, und die „Kathedrale“ schließt ihre Türen. Dieser Rhythmus macht den Ort so besonders. Bei Ebbe kannst du durch die Felsbögen gehen, die Säulen berühren, die Gewölbe betreten. Bei Flut ist Alles wieder Meer – ein Naturtempel, der sich selbst schützt.

















































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