Spanienreise 2022
… ist überall üppig und grün, und die Häuser und Dörfer sehen gepflegt und wohlhabend aus“ schreibt Ernest Hemingway in seinem Roman FIESTA
Doch hinter dieser Idylle liegt eine Geschichte, die weit komplexer ist als die sommerliche Landschaft, die der Roman streift. Das Baskenland war über Jahrhunderte ein eigenständiger Kulturraum mit eigenen Rechten (den fueros), einer Sprache, die älter ist als jede indoeuropäische, und einer tief verwurzelten Tradition lokaler Selbstverwaltung.
Im 19. Jahrhundert verlor die Region ihre historischen Sonderrechte, was den baskischen Nationalismus erst entstehen ließ. Die Industrialisierung machte Städte wie Bilbao zu wirtschaftlichen Zentren, während die ländlichen Gebiete – jene grünen Täler, die Hemingway beschreibt – ihre traditionelle Struktur bewahrten.
Im 20. Jahrhundert wurde das Baskenland zum Schauplatz politischer Spannungen: Im Bürgerkrieg war es eine Hochburg der Republik. Unter Franco wurden Sprache und Kultur unterdrückt, viele Basken flohen oder gingen in den Widerstand. Nach der Diktatur entwickelte sich die Region zu einem der wirtschaftlich stärksten und politisch selbstbewusstesten Teile Spaniens.
Heute wirkt die Landschaft noch immer so „üppig und grün“, wie Hemingway sie sah – doch sie steht zugleich für eine Region, die sich ihren Wohlstand und ihre Autonomie hart erkämpft hat.




































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