Getrennt Müll sammeln – müssen wir das wirklich?

Vielleicht geht es Euch wie mir. Fast täglich ärgere ich mich über das oft mühsame Trennen des Mülls, der leider auch bei mir in unerquicklichen Mengen anfällt. Aber ich unterziehe mich dem, weil es ja einem guten Zweck dient. Oder etwa nicht?

Natürlich war es ein richtiger Schritt, dafür zu sorgen, dass unser Müll nicht mehr nur deponiert, verbrannt oder gar nach Afrika verschifft wird. Aber hält das Duale System Deutschland (DSD) denn wirklich, was es versprochen hat?

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Der Jonglei‑Kanal

Ein Schnitt durch das Herz des Sudd

Es gibt Orte, an denen die Politik nicht in Reden, sondern in Landschaften eingeschrieben ist. Der Jonglei‑Kanal im Südsudan gehört zu ihnen. Auf der Karte wirkt er wie ein sauber gezogener Strich, ein technokratischer Eingriff in ein uraltes Feuchtgebiet. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Dieser Strich ist eine Narbe. Und wie jede Narbe erzählt er eine Geschichte von Gewalt, Hoffnung, Macht und Widerstand.

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Die Begegnung von Stanley und Livingstone – ein Mythos der Afrikaforschung

Am 10. November 1871 ereignete sich am Ostufer des Tanganjikasees eine Szene, die später zu einem der bekanntesten Momente der europäischen Afrikaforschung werden sollte. Der amerikanische Journalist Henry Morton Stanley, ausgesandt vom New York Herald, erreichte nach monatelanger, entbehrungsreicher Reise die kleine Handelsstation Ujiji. Dort fand er den seit Jahren verschollenen Missionar und Forscher David Livingstone, dessen Schweigen in Europa längst zur Legende geworden war.

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Hunger Jahre

Die „Hungerjahre“ bezeichnen die Zeit zwischen 1945 und etwa 1948, in der große Teile der deutschen Bevölkerung unter massiver Lebensmittelknappheit litten. Die Versorgungssysteme waren zusammengebrochen, Ernten gering, Transportwege zerstört. Viele Familien lebten von Rationen, Tauschhandel oder dem, was sie selbst anbauen konnten. Besonders in Städten war die Lage prekär, da Brennmaterial, Kleidung und Grundnahrungsmittel kaum verfügbar waren.

Die Jahre 1946 und 1947 waren von einer Not geprägt, die heute kaum noch vorstellbar ist. Der „Hungerwinter“ 1946/47 brachte eine eisige Kälte. Lebensmittel waren knapp, Kohle noch knapper, und viele Familien kämpften täglich darum, genug Wärme und Nahrung zu finden. In den Städten standen Menschen stundenlang für ein paar Kartoffeln an, und oft blieb nur der Tauschhandel, um das Nötigste zu bekommen. Das (Über-)Leben war ein ständiges Improvisieren — frieren, warten, hoffen.

Diese Jahre haben eine ganze Generation geprägt.