Sanary – Ort der Exil-Literaten

Die Bücherverbrennung von 1933 war eines der symbolträchtigsten Ereignisse der frühen NS-Diktatur. Am 10. Mai 1933 wurden in Berlin und zahlreichen anderen deutschen Universitätsstädten öffentlich Bücher verbrannt, die von den Nationalsozialisten als „undeutsch“ bezeichnet wurden. Die Aktion war Teil der Kampagne „Wider den undeutschen Geist“ und wurde maßgeblich von der Deutschen Studentenschaft organisiert. Die Bücherverbrennungen waren mehr als die Zerstörung von Büchern. Sie markierten den Beginn der systematischen Verfolgung und Unterdrückung von freien Gedanken, Wissenschaft, Kunst und politischer Opposition im nationalsozialistischen Deutschland.

Spätestens jetzt verließen viele Intellektuelle und Künstler Deutschland und Österreich und suchten Zuflucht in Frankreich, das ihnen als sicheres Land erschien. Es folgte der Exodus fast der gesamten deutschen literarischen Elite…

Sanary sur Mer, damals ein kleines Fischerdorf an der Côte d’Azur, wurde zwischen 1933 und 1940 zum Treffpunkt für berühmte Schriftsteller und Künstler: Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Alma Mahler Werfel & Franz Werfel, Friedel & Alfred Kantorowicz und viele andere.

Sie blieben dort mehr oder weniger lange.

Von dem Journalisten Ludwig Marcuse, der auch in Sanary wohnte, stammt wohl der Titel

Welthauptstadt des künstlerischen und literarischen Exils

Für deutsche Literaten und Maler war die Côte d’Azur seit Jahrhunderten ein Sehnsuchtsort. Bis zum Jahr 1933. Danach verwandelte sich die Küste mit ihrer poetischen Patina zur Zuflucht für zahlreiche deutsche Künstler, bevor sie anderswo ihr Exil fanden oder in französische Internierung gerieten. Sanary-sur-Mer wurde zur literarischen Diaspora und zum geistigen Zentrum der Emigration. Neben Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Ludwig Marcuse, Franz Werfel, lebten hier Bruno Frank, Franz Hessel Friedrich Wolf und andere. Viele heimatlos gewordene Künstler machten hier als Besucher Station: Bertolt Brecht, Heinrich Mann, Arnold Zweig, Stefan Zweig, die Kinder Thomas Manns, Egon Erwin Kisch und Walter Hasenclever.

Sanary-sur-Mer war zu einem Wartesaal geworden, zum Sinnbild der Verlorenheit.

Walter Bondys Fotoatelier, Camille & Walter Bondy

Hoch oben auf den Felsen stand die Villa der Manns. Von der Vorderseite des Hausse überblickte man die Bucht von sanary. und hinten hinaus schaute man auf den Strand von Portisol.

[de.wikipedia.org], [bundesarchiv.de]


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