„Sanary, kennst Du Sanary? Jetzt in Sanary – das wär‘ schön!“
Im Frühjahr 1961besuchten wir als Schülergruppe im Rahmen der deutsch-französischen Städtepartnerschaft zwischen Wetzlar und Avignon den kleinen Hafenort Sanary an der provenzalischen Mittelmeerküste. Anfang der 1960er Jahre hatte er noch seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Fischerboote lagen vor den bunten Fassaden des Hafens, während sich das Leben überwiegend auf den Kai, die Cafés und die schmalen Gassen der Altstadt konzentrierte.

Vermutlich hatten die begleitenden Lehrer*innen uns den Exil Ort der Familie Mann zeigen wollen. Daran kann ich mich nicht erinnern.
Ich erinnere mich aber, dass ich mit einem Klassenkameraden auf einem Felsen über dem Ort saß und auf das blaue kristalklare Meer herunterschaute, während ein laues provenzalisches Lüftchen um uns wehte und die Frühlingssonne unsere Haut erwärmte. Ach, war das toll! So toll, dass wir das Bild mit nach hause nahmen und die Erinnerung uns in weniger schönen Momenten das Herz erwärmte.
„Sanary, kennst Du Sanary? Jetzt in Sanary – das wär‘ schön!“ wurde zum „geflügelten Wort“, um uns über Regenzeiten und andere wetter – oder auch nicht wetter-bedingte Dunkelheiten hinweg zu bringen.
Sechzig Jahre später war ich dann zum ersten Mal wieder hier.
Und wenn es auch jetzt von Tourist*innen überflutet wird, hat es nichts von seinem Charme eingebüßt!
























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