Zum Römischen Kaiser am Kornmarkt

Wetzlar – Optik- Goethe- und Bebel-Stadt, und einst freie Reichsstadt

Der „Römische Kaiser“ am Kornmarkt in Wetzlar ist ein historisches Gebäude – ein barockes Theater-, Ball- und Gasthaus aus dem 18. Jahrhundert. Es wurde 1767 erbaut und trug den Namen „Zum Römischen Kaiser“. Das Wirtshausschild zeigt die Figur eines Kaisers, vermutlich Franz I. Stephan von Lothringen, Gemahl von Maria Theresia und römisch-deutscher Kaiser von 1747 bis 1765.

Von Bedeutung für Wetzlar waren allerdings andere Kaiser:

Friedrich I. Barbarossa, ließ um 1180 die Reichsburg Kalsmunt über Wetzlar ausbauen. Zur Sicherung der Reichsvogtei, Kontrolle der Stadt und Schutz der Wetterau als Reichsland. Die Burg war zudem Reichsmünzstätte, und Barbarossa ließ dort Münzen prägen – ein starkes Zeichen kaiserlicher Präsenz.

Der wichtigste „Römische Kaiser“ im Zusammenhang mit Wetzlar ist Maximilian I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er gründete 1495 im Zuge der Reichsreform das Reichskammergericht, das später – nach mehreren Stationen – von 1689 bis 1806 seinen Sitz in Wetzlar hatte. Damit wurde Wetzlar zu einem zentralen Ort der Reichsjustiz, was die Stadt politisch und gesellschaftlich stark prägte.

Und dann war da noch der „falsche Kaiser“: 1284 trat der Hochstapler Tile Kolup in Wetzlar als angeblicher Kaiser Friedrich II. auf. Die Bevölkerung glaubte ihm zunächst, später wurde er auf dem Kalsmunt festgesetzt und verhört.


Entdecke mehr von Dr. Bergis Schmidt-Ehry

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Dieser Beitrag wurde unter Wetzlar veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen