Ebola, die Frauen und die USA

Ein paar Fakten über eine Epidemie, die „uns nicht betrifft“.

Die Ebola‑Epidemie 2026 ist regional schwerwiegend, besonders in der DRC, mit weiterhin steigenden Fallzahlen. Uganda scheint die Lage derzeit stabil zu halten. Internationale Fälle sind selten, aber möglich.

Der Ausbruch ist der drittgrößte jemals dokumentierte Ebola‑Ausbruch und verbreitet sich schneller als frühere Epidemien. Zwar gilt für den verursachenden Bundibugyo-Stamm der Ebola-Viren eine relativ geringere Fallsterblichkeitsrate (Letalität), aber es gibt keinen Impfstoff!

Seit der offiziellen Ausrufung der Epidemie am 15. Mai sind mindestens 600 Kongolesen gestorben, 1.759 Fälle wurden bestätigt (Stand: 9. Juli) – laut vor Ort befragten Helfern jedoch eine deutliche Untererfassung. In Uganda gab es im gleichen Zeitraum 20 bestätigte Fälle und zwei Todesfälle.

In Frankreich wurde im Juni ein Arzt, der aus der DRC zurückkehrte, positiv getestet.

In Deutschland (Charité, Berlin) wurde ein amerikanischer Arzt behandelt.

Schwangere Frauen und ihre Babys sind durch die Ebola-Epidemie besonders gefährdet:

  • Bei schwangeren Frauen liegt die Genesungsrate von Ebola laut UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) nur bei etwa 10 %, gegenüber über 67 % bei der übrigen Bevölkerung.
  • Frühgeburten, Blutungen und intrauteriner Fruchttod gehören zu den häufigsten Folgen einer Ebola-Infektion bei Schwangeren.
  • Seit dem 25. Mai hat sich die Müttersterblichkeit in der am stärksten betroffenen Provinz Ituri laut UN verdoppelt. Wöchentlich sterben dort 6–7 schwangere Frauen (normal: 2–3).
  • Aus Angst vor Ansteckung meiden viele schwangere Frauen Krankenhäuser, verschieben Vorsorgeuntersuchungen oder entbinden zu Hause – selbst bei Komplikationen.
  • Kleinere, periphere Gesundheitszentren gelten bei den Frauen als vertrauenswürdiger, sind jedoch schlechter ausgerüstet, um mit der Epidemie umzugehen.
  • Im privaten Gesundheitszentrum Notre-Dame-de-Charité-Maternelle in Mongbwalu kamen im Mai doppelt so viele Frauen zur Entbindung wie üblich (103); viele lehnten eine Verlegung ins Krankenhaus trotz Ebola-Verdachts ab.
  • Es herrscht akuter Mangel an Schutzausrüstung; medizinisches Personal fürchtet eigene Ansteckung, manche Hebammen und Gynäkologen verweigern inzwischen aus Angst bestimmte geburtshilfliche Eingriffe.
  • Die Situation verstärkt einen Teufelskreis aus Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem und wachsender Gefährdung von Müttern und Neugeborenen.

Mittlerweile warnt die UN vor Verarmung von einer Million Menschen

Eine neue Analyse des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) warnt, der Ausbruch könnte fast 985.000 zusätzliche Menschen in Armut stürzen und die afrikanischen Volkswirtschaften bis zu 3,6 Milliarden US-Dollar kosten, falls sich regionale und globale Schocks verschärfen. Selbst bei Eindämmung drohen der DRK über 1 Milliarde Dollar BIP-Verlust und 55.000 verlorene Arbeitsplätze. Die ärmsten Haushalte trifft es am härtesten; Frauen, die den informellen Handel und die Pflege dominieren, tragen ein besonders hohes Risiko. Durch Ressourcenverlagerung könnten zudem bis zu 2.520 zusätzliche Säuglingstode durch andere Ursachen entstehen.

Währenddessen:

Ebola: Mehrere Amerikaner in Kenia unter Quarantäne – Regierung sagt, nicht informiert worden zu sein

Mehrere US-Bürger, die an der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) beteiligt waren, befinden sich derzeit in einem von den USA betriebenen Quarantänezentrum in Kenia. Dies bestätigte das US-Außenministerium am 17. Juli erstmals gegenüber der AFP.

Wichtige Punkte:

  • Das Zentrum liegt auf dem Luftwaffenstützpunkt Laïkipia, etwa 200 km nördlich von Nairobi, und wird von den amerikanischen Gesundheitsbehörden (CDC) betrieben.
  • Der kenianische Gesundheitsminister Aden Duale erklärte, davon nichts zu wissen – obwohl ein US-Vertreter versicherte, die kenianischen Behörden hätten der Unterbringung zugestimmt.
  • Duale hatte Mitte Juni zugesagt, die Eröffnung des Zentrums auszusetzen, nachdem ein kenianisches Gericht Ende Mai die Fortführung des Projekts sowie die Einreise Ebola-exponierter Personen untersagt hatte. Das Gericht befand ihn später wegen „Missachtung des Gerichts“ für schuldig, verzichtete jedoch auf eine Strafe, da er die Aussetzung des Projekts ankündigte.
  • Laut US-Angaben sind alle Betroffenen asymptomatisch und bisher nicht positiv auf Ebola getestet worden.
  • Einer anonymen humanitären Quelle in Kinshasa zufolge handelt es sich um sieben Mitarbeiter der US-Hilfsorganisation Samaritan’s Purse – Kontaktpersonen eines weiteren, positiv getesteten Mitarbeiters, der über Nairobi nach Deutschland evakuiert und dort stationär behandelt wird.
  • Die USA verbieten ihren Staatsbürgern derzeit die direkte Rückreise aus der DRK wegen des dortigen Ebola-Ausbruchs, der Mitte Mai ausgerufen wurde.

Die Ankündigung des Zentrums hatte in Kenia, das bisher nie von Ebola betroffen war, für Empörung gesorgt.

Und Ja – die USA halten ihre Einreisebeschränkungen wegen Ebola weiterhin aufrecht. Sie gelten für Reisende aus der DRC vollständig -egal aus welcher Region sie kommen – und für Uganda und den Südsudan – in dem es keine Ebola-Fäölle gibt oder gab! – in abgeschwächter Form (Screening, Umleitung auf bestimmte Flughäfen).

Auch Nicht‑US‑Passinhaber, die in den letzten 21 Tagen in Uganda, DRC oder Südsudan waren, unterliegen den Einreiseverboten.

Nota bene: aufgrund der Beendigung der amerikanischen Entwicklungshilfe im Gesundheitswesen durch USAID fehlen im Ost-Kongo Ausrüstung und Medikamente!


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