… sind wir in Deutschland ja vielleicht auf Dauer nicht demokratie-fähig.
Als ich jetzt in der FAZ las, was Anfang der Fünfzigerjahre Bürger*innen n frei erzählten, wie sie über Juden und die NS-Zeit dachten, hatte ich ein „Deja vue“ und hörte quasi meinen Vater reden:
Im Krieg, meinten viele, habe man selbst am meisten gelitten. Am Antisemitismus – und dem Umstand, dass er in der jungen Bundesrepublik wieder zunehme – seien die Juden selbst schuld. Die Deutschen seien Opfer einer „Siegerjustiz“, die Demokratie sei ihnen von den Besatzern aufgezwungen worden. Und der Nationalsozialismus sei eigentlich eine gute Idee, die nur schlecht in die Tat umgesetzt worden sei.
Vielleicdht hat die 68er Bewegung es nicht wirklich geschafft, die Neigung zum Faschismus zu beseitigen. Vielleicht hat sie im Untergrund geschwelt – wie ein Torffeuer, das trotz aller Löschversuche irgendwann wieder ausbricht.
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