Pont-Aven

Bretagne 2021

Pont-Aven ist für seine Mühlen, seine Galettes und seine Künstler bekannt ist. Pont-Aven war ein beliebter Treffpunkt für impressionistische Maler wie Paul Gauguin, Émile Bernard und Paul Sérusier, die hier die Schule von Pont-Aven gründeten. Sie malten die Landschaften, die Menschen und die Traditionen der Bretagne mit leuchtenden Farben und einfachen Formen.

Pont‑Aven ist einer dieser Orte, die sich nicht erklären, sondern erleben lassen. Ein kleines bretonisches Städtchen, durchzogen vom Fluss, umgeben von Wäldern, Mühlen, feuchtem Licht. Genau dieses Licht war es, das im 19. Jahrhundert die Maler anzog – zuerst vereinzelt, dann in Scharen. Sie kamen wegen der Ruhe, der günstigen Lebensbedingungen, aber vor allem wegen der Farben: dem satten Grün der Ufer, dem weichen Grau der Steine, dem warmen Gelb der Häuser.

Die Mühlen, die Brücken, die kleinen Wege entlang des Aven – sie wurden zu Motiven, die heute in Museen auf der ganzen Welt hängen. Doch in Pont‑Aven selbst ist diese Geschichte nicht museal erstarrt. Sie liegt im Fluss, im Licht, in den Ateliers, die noch immer geöffnet sind. Wer durch die Gassen geht, spürt die Nachwirkung jener Jahre: die Suche nach Einfachheit, nach Farbe, nach einem Blick, der mehr sieht als das Offensichtliche.

Hier fand Paul Gauguin, was er suchte: einen Ort fern der Pariser Kunstwelt, eine Landschaft, die sich nicht aufdrängte, sondern sich langsam öffnete.

„Die Wäscherinnen von Pont-Aven“, Gemälde von Paul Gaugin

In Pont‑Aven entwickelte er gemeinsam mit Émile Bernard und anderen den Synthetismus – eine Malweise, die Formen vereinfachte, Farben intensivierte und das Sichtbare mit dem Inneren verband. Die berühmte „École de Pont‑Aven“ war keine Schule im klassischen Sinn, sondern ein Netzwerk, ein Experimentierfeld, ein Ort, an dem Kunst neu gedacht wurde.

Schule von Pont-Aven: Paul Gauguin (Quelle: Public domain, via Wikimedia Commons)

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