Nicht nur Europa leidet unter Hitze und Waldbränden – auch Nordafrika steht in Flammen

Die extremen Temperaturen dieses Sommers treffen nicht nur Südeuropa. Während in Italien, Griechenland und Spanien ganze Landstriche brennen, geraten auch die nordafrikanischen Anrainerstaaten zunehmend unter Druck. Algerien, Tunesien und Marokko kämpfen mit einer Kombination aus Hitze, Dürre und immer häufiger auftretenden Waldbränden – ein gemeinsamer Klimabrennpunkt rund um das Mittelmeer.

Feuer-Hotspots Nordafrika

Algerien ist in diesem Sommer besonders schwer betroffen. In den bergigen, bewaldeten Regionen nördlich von Algier breiten sich Feuer oft rasend schnell aus. Die Kombination aus monatelanger Trockenheit, Temperaturen bis knapp an die 50 °C und starken Winden schafft ideale Bedingungen für großflächige Brände.

Besonders betroffen sind die Regionen Bouira, Tizi Ouzou, Jijel. Feuerwehren und Zivilschutz arbeiten am Limit. Ganze Waldgebiete wurden bereits zerstört, viele Dörfer mussten evakuiert werden.

Tunesien erlebt eine der heftigsten Hitzewellen seit Jahrzehnten. Temperaturen bis 49 °C belasten das Land massiv. Während die Waldbrandlage weniger dramatisch ist als in Algerien, sind die Folgen der Hitze dennoch gravierend: kleinere Feuer, aber extreme Hitze, Stromausfälle durch überlastete Netze, Wasserknappheit und hitzebedingte Notfälle

Marokko bleibt bislang vergleichsweise verschont – aber steigende Risiken. Satellitendaten zeigen immer wieder thermische Hotspots, besonders im Norden und im Rif-Gebirge. Vereinzelte Feuerherde. Langfristig steigende Risiken durch Trockenheit und Temperaturanstieg. Behörden warnen vor einer Verschärfung der Waldbrandsaison.

Europa und Nordafrika teilen dieselbe Herausforderung: Die Region rund um das Mittelmeer gilt als globaler Klimawandel-Hotspot. Steigende Temperaturen, ausbleibende Niederschläge und veränderte Windmuster führen dazu, dass Feuer schneller entstehen und sich aggressiver ausbreiten. Waldbrand-Saison beginnt früher. Brände werden intensiver. Ökosysteme haben weniger Zeit zur Erholung

Die Waldbrände dieses Sommers zeigen deutlich: Hitze und Feuer kennen keine Grenzen. Während Europa mit dramatischen Bränden kämpft, stehen auch die nordafrikanischen Staaten unter enormem Druck. Die Klimakrise betrifft beide Seiten des Mittelmeers – und macht klar, dass regionale Maßnahmen allein nicht ausreichen.

Gleichzeitig deuten Prognosen auf einen so intensiven El Niño hin, dass sein Höhepunkt den bisherigen Rekordhalter „mit einem wirklich unfassbaren Abstand“ übertreffen werde – wie es der Klimawissenschafter Zeke Hausfather formulierte. Dabei legen Langzeitdaten aus Eisbohrkernen und anderen Quellen nahe, dass das bisherige Extremjahr 2024 der wärmste globale Jahresdurchschnitt seit rund 125.000 Jahren war (Der Standard, Januar 2024).

Wer als politischer oder wirtschaftlicher Verantwortungsträger weiterhin den Klimawandel leugnet oder nicht ausreichende Massnahmen zur Klimanpassung vornimmt macht sich schwerst schuldig an Natur und Menschheit!


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