Unser derzeitiger Kanzler bereiste die arabischen staaten um die Beziehunge zu normalisieren. Aber was unterscheidet sie eigentlich von anderen „Schurken-Staaten“.
Über die Sklavenarbeiter*innen in den arabischen Staaten, über den mordenden Kronprinzen und ähnliches wird ja häufiger berichtet – und allein das wäre ein Hinderungsgrund für „normale Beziehungen“.
Aber „normale Beziehungen“ zu Staaten die miteinander Krieg führen – wenn auch nur „Stellvertreter-Kriege“ – wie geht das eigentlich? Ach ja, es geht ja um Wirtschaft; um Energie und Absatz…
Dabei finanzieren und unterstützen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate die jeweils generische Kriegsparteien in Staaten der Region. So auch im Sudan.
Der Krieg im Sudan dauert vor allem deshalb an, weil er von außen stabilisiert wird. Die RSF Rapid Support Forces) des berüchtigten Generals Hameti finanziert ihren Feldzug über den Goldabbau in Darfur, dessen Erlöse über Dubai in Waffen, Drohnen und Fahrzeuge fließen. Ohne diese Goldströme wäre ihre militärische Schlagkraft längst erschöpft.
Die SAF (Sudanese Armed Forces) wiederum stützt sich auf staatliche Einnahmen und die politische wie militärische Rückendeckung durch Ägypten.


Saudi-Arabien spielt eine doppelte Rolle: Offiziell tritt Riad als Vermittler auf und hostet die Jeddah‑Gespräche. Gleichzeitig verfolgt das Königreich klare strategische Interessen am Roten Meer und an sudanesischen Häfen. Diese Interessen führen dazu, dass Saudi-Arabien zwar diplomatisch moderiert, aber keinen echten Druck auf die regionalen Unterstützer der Kriegsparteien ausübt.

Und mittlerweile mischt es auch im Gold-Geschäft mit. Die private Saudi Gold Refinery Company will nun auch in größerem Stil Gold kaufen.
Werden demnächst auch Waffen aus deutscher Rüstungsproduktion im sudanesischen Bürgerkrieg „mitmischen?
Für diesen regional verzahnten Stellvertreterkrieg, in dem arabische Akteure ihre Interessen absichern, zahlt nur die sudanesische Bevölkerung den Preis – einen extrem hohen.
Alles normal?
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