Kilwa Kisiwani

Tansania 2006 und 2007 (Adda Tours 2)

Kilwa Kisiwani war ein bedeutender Handelsplatz, der im Jahr 975 von dem Perser Ali ibn Hasan aus Schiras gegründet wurde. Er entwickelte sich zu einem wichtigen Umschlagplatz für Gold, Silber, Perlen, Parfums, arabisches Steingut, persische Keramik und chinesisches Porzellan.

Die engsten Handelsbeziehungen bestanden mit dem Munhumutapa-Reich (Königreich Groß-Simbabwe), dessen Reichtum auf Rinderzucht, Goldgewinnung und Fernhandel beruhte und das vor allem Gold, Kupfer, Eisen und Elfenbein lieferte. Im Gegenzug fanden bereits im 10. Jahrhundert Glasperlen chinesischen Ursprungs, Kaurischnecken und indische Stoffe ihren Weg ins Innere Afrikas.

Im 13. und 14. Jahrhundert, unter der Herrschaft der Mahdali-Dynastie, war Kilwa Kisiwani die bedeutendste Stadt an der Ostküste Afrikas. Später geriet sie unter portugiesische Kontrolle und wurde im 18. Jahrhundert durch den Sklavenhandel wieder bedeutend.

Heute sind die Ruinen von Kilwa Kisiwani UNESCO-Weltkulturerbe

Neben Mogadischu, Mombasa und zahlreichen anderen kosmopolitischen Küstenstädten gehörte Kilwa zu der Swahili-Gesellschaft deren Handelsaktivitäten die gesamte Küste Ostafrikas jahrhundertelang prägten (ähnlich der Hanse in Deutschland und Europa).  Kilwa unterhielt sogar eine eigen Münzprägestätte.

Die Swahili-Gesellschaft fand ihren Zusammenhalt durch die Religion (Islam), die gemeinsame Sprache (Suaheli) sowie die städtische Kultur. Es kam jedoch niemals zu einer Staatenbildung.


Entdecke mehr von Dr. Bergis Schmidt-Ehry

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Dieser Beitrag wurde unter Tansania veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 thoughts on “Kilwa Kisiwani

  1. Lieber Bergis, danke für die ausführliche historische Erinnerung. Das chinesische Waren schon früh ins Innere Afrikas gelangen, sollte uns überheblichen Westlern zu denken geben. Wir waren nicht die ersten und einzigen. Kannst Du den Fernhandel mit Daus näher beschreiben? Und was die Suaheli Kultur und Sprache dabei bedeutet? Und wer kann aus Arabien nach Afrika? Grüße

Schreibe eine Antwort zu REinloftAntwort abbrechen