Eine Gesundheitsexpedition

Süd-Sudan 1981

Das Dorf lag abgelegen. Was für ein Begriff in einer Region, die ja insgesamt so abgelegen war, dass sie schon vergessen war. Der Süd-Sudan. Jahrzehnte des Bürgerkriegs hatten große Teile der Bevölkerung in die Flucht getrieben. Die Zurückgeblieben waren froh, wenn sie nicht erreichbar waren.

So wie das Dorf Gemenze-Toi. Etliche Kilometer von der Provinzhauptstadt Yambio entfernt, wer wusste das schon so genau. Nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen.

Seit über vierzig Jahren hatte das Dorf keinen Gesundheitsarbeiter, geschweige denn einen Arzt gesehen. Wir wollten das ändern.

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German Medical Team in Western Equatoria

Süd-Sudan 1981

1981 wurde das Hauptquartier des German Medical Team Western Equatoria von Maridi nach Li Rangu verlegt.

Das Büro bezog ein Haus, von dem aus der berühmte Ethnologe Sir Edward Evan Evans-Pritchard zwischen 1926 und 1930 maßgebliche Studien zu den Azande durchgeführt und das Konzept der Vergleichenden Anthropologie entwickelt hatte.

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Wiederaufbau eines Gesundheitswesens

Süd-Sudan 1979-82


🇩🇪 Das Deutsche Ärzteteam der GTZ in Western Equatoria (1978–1982)

Zwischen 1978 und 1982 war die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) mit einem multidisziplinären Team in Western Equatoria tätig. Die Region befand sich nach Jahren des Bürgerkriegs im mühsamen Wiederaufbau. Staatliche Gesundheitsdienste existierten nur in Ansätzen, die meisten Einrichtungen waren zerstört oder verlassen, und große Teile der Bevölkerung hatten seit Jahrzehnten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. In dieser Situation übernahm das deutsche Team eine zentrale Rolle beim Neuaufbau eines funktionierenden Basisgesundheitswesens.

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Übergabe eines Leprazentrums

Im November 1979 wollte ich eigentlich von Khartum nach Juba fliegen, um meinen neuen Posten als medizinischer Leiter des German Medical Team im Süd-Sudan anzutreten. Ich hatte mich im Gesundheitsministerium in der Hauptstadt des Sudan vorgestellt und die Erlaubnis zur Ausübung meiner Tätigkeiten erhalten.

Aber es gab keine Flüge nach Juba. Eine Eisenbahnverbindung gab es nicht und der Landweg war praktisch ausgeschlossen.

Aber der Zufall wollte, dass eine Delegation der Deutschen Botschaft, Repräsentanten des Deutschen Aussätzigen Hilfswerks (DAHW) und des sudanesischen Gesundheitsministeriums eine Maschine nach Wau in die Bar-El-Gazahl-Provinz gechartert hatten. Bei Wau sollte das vom DAHW errichtete Lepra-Zentrum Agok formell an die sudanesische Regierung übergeben werden.

Ich ergatterte eine Mitflug-Gelegenheit…

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