Süd-Sudan

Vorgeschichte

In den Jahren 1979 bis 1982 lebten und arbeiten wir in in der Provinz West-Equatoria des (Süd-)Sudan

File:Western Equatoria Map.svg
Ivan25, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Sklavenhändler aus dem Nordsudan verschleppten seit Jahrhunderten Menschen aus dem Südsudan. Unter dem Vorwand dies zu unterbinden, verwaltete die Kolonialmacht Großbritannien den Norden und den Süden getrennt.

Im Rahmen der Entkolonisierung sollte der Südsudan ursprünglich als eigenes Gebiet unabhängig oder auch an das südlich benachbarte Uganda angeschlossen werden. 1947 beschlossen jedoch Vertreter des Nordsudan und der Kolonialmacht Großbritannien, dass der Nordsudan bei der zukünftigen Unabhängigkeit auch die Provinzen des Südsudan zum Staatsgebiet erhalten solle. Die Südsudanesen wurden zu dieser Entscheidung nicht gehört.

1955 waren die in West-Equatoria lebenden Azande wesentlich an der Gründung der südsudanesischen Rebellengruppe AnyaNya (Schlangengift) beteiligt.

Der Azande-König Gbudwe war 1905 von den Briten militärisch geschlagen und der Sudan unter angloägyptische Herrschaft gestellt worden. Die Briten hatten den Sklavenhandel verboten, was für die Azande den Wegfall wichtiger Einnahmen – neben dem Handel mit Elfenbein – bedeutet hatte. In den 1920ern wurden die Azande schließlich in großem Stil von den Flussufern in die Nähe von Straßen umgesiedelt. Vorgeblich sollten die Menschen vor den am Flussufer lebenden und die Schlafkrankheit übertragenden Tsetsefliegen geschützt werden, aber vor allem sollte die polizeiliche Kontrolle über die Unruheregion verbessert werden. 1943 folgte das Programm „Zande Scheme“, welches die traditionell vielfältige Selbstversorgung mit Lebensmitteln komplett auf den für die Briten wichtigen Baumwollanbau umstellte.

Kein Wunder also, dass sich von 1955 bis 1972 die Bevölkerung in einem (ersten) blutigen Bürgerkrieg gegen die Vorherrschaft des Nordens wehrte. Der Konflikt hatte 700 000 Menschen das Leben gekostet. Unzählige Familien waren nach Zaire/Congo geflohen. Kurz nach dem Friedensschluss begann Deutschland die Rückführung und den Wiederaufbau zu unterstützen.


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