Martigues

Cote d’Azur 2025

Martigues ist eine Hafenstadt in den Bouches‑du‑Rhône, etwa 30 km westlich von Marseille. Die Stadt liegt auf schmalem Land zwischen dem Golfe du Fos und dem Étang de Berre und wird wegen ihrer Kanäle und Brücken oft „Venedig der Provence“ genannt – was ich allerdings für eine maßlose Übertreibung halte.

Der Ort war bereits in der Antike besiedelt (unter Namen wie Maritima) und entwickelte sich über Jahrhunderte entlang mehrerer Siedlungskerne. Die heutige Gemeinde formierte sich aus den drei historischen Quartieren L’Isle, Jonquières und Ferrières. Während früher die Einkommen aus der Landwirtschaft, Fischerei und Salinen kamen, prifitiert die Gemeinde heute von den Nahen Hafenanlagen (Fos-sur-mer, Port-de-Bouc) und der Petrochemischen Industrie rund um den Etang de Berre.

Ach, und dann gibt es da noch eine kulinarische Spezialität – den Martegal-Kaviar

Als Calen wird in Martigues ein traditionelles, fest installiertes Fanggerät sowie die zugehörigen kleinen Hütten und Anlagen an den Uferstellen bezeichnet: ein großes Grundnetz, das quer über den gesamten Caronte‑Kanal gespannt wird.

An Pfählen befestigt liegt das Netz über die gesamte Breite des Fahrwassers auf dem Grund des Kanals und wird bei Durchzug von Fischschwärmen hochgezogen.

Besonders gefangen werden Meeräschen, deren Rogen zur regionalen Delikatesse poutargue (Bottarga) verarbeitet wird.

Meeresche (Roberto Pillon, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)

Einst galt er nicht als Luxusdelikatesse, aber heute ist er zum Martégal-Kaviar geworden, der von großen Köchen geschätzt wird.

Von ehemals achtzehn Calens existieren heut nur noch zwei – und das dank der Subventionen der Gemeinde. (Du calen à la poutargue – Ville de Martigues)


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